"ZiBs" gewähren Kanzlerbonus [Der Standard, 10.01.2011]
Mediawatch: Faymann verbuchte längste Redezeit

Wien - Auch im neuen Jahr dominieren die Regierungsparteien - wie üblich - die wichtigsten ORF-Nachrichten. 75,5 Prozent in der ZiB 1 , 69,2 Prozent in der ZiB 2 und 79,6 Prozent in der ZiB 24 füllten Politiker von SPÖ und ÖVP im Jänner, erhob Mediawatch für den Standard. Die Innsbrucker Forschungsgruppe beobachtet laufend, wer wie lange und zu welchem Thema in den ORF-Nachrichten vorkommt.

Großkoalitionär teilten sich auch Regierungspolitiker die Redezeit. Der SP-Chef und Kanzler Werner Faymann redete in der ZiB 1 um 19.30 Uhr 157 Sekunden. Faymann meldete sich zur Budgetdebatte zu Wort, forderte die Verdoppelung der Anzahl neuer Mittelschulen. Mit weiteren Wortmeldungen zur Vermögenssteuer schafft es der Kanzler auf Platz eins des O-Ton-Rankings.

Platz zwei geht an Josef Pröll. Der Vizekanzler und Finanzmininister verschaffte sich mit O-Tönen über die Absetzbarkeit von Steuern, EU-Schuldenkrise und Diskussionen um die Pisa-Studie Gehör. SPÖ-Verteidigungsminister Norbert Darabos griff in die Debatte um die Bundesheerreform ein, ergibt Platz drei. Der erste Oppositionspolitiker in diesem Ranking ist BZÖ-Chef Josef Bucher auf Platz sechs. Die Präsenz der Oppositionsparteien hielt sich in Grenzen. Die FPÖ kam über Kritik an der Regierung in der ZiB 2 auf 14,6 Prozent Redezeit. (prie)